Auf Basis des Voltage-Mode-Abwärtswandlers kann man auch einen Synchronwandler aufbauen. Dazu möchte ich zunächst auf ein paar grundlegende Eigenschaften des Synchronwandlers eingehen.
Die Idee hinter dem Synchronwandler ist erst einmal, die untere Freilaufdiode einfach durch einen zweiten MOSFET zu ersetzen. Dieser wird gegenläufig zum oberen Transistor geschaltet (idealerweise mit einer kleinen Schaltotzeit, um Querströme durch die Transistoren auszuschließen). Das bringt Potential zur Verlustleistungseinsparung, da an einem MOSFET eine deutliche niedrigere Spannung abfällt als über der Diode.
Doch dieser Aufbau hat einige weitreichende Folgen, die nicht unbedingt nachteilhaft sind, aber beim Design und der Regelung auf jeden Fall beachtet werden müssen.
Im normalen, nicht lückenden Betrieb, wird man keinen großen Unterschied zum normalen Abwärtswandler feststellen. Interessant wird das Verhalten dann, wenn man zu dem Punkt, in dem der Regler in den lückenden Betrieb übergehen würde. Der Knackpunkt ist nun, dass anstatt einer in Rückwärtsrichtung sperrenden Diode nun ein MOSFET sitzt - der in beide Richtung sehr wohl leitend ist. Der Freilaufstrom wird also nicht unterbrochen, sondern kehrt sich um.
Der Strom wird also nie lücken. Allerdings entsteht dabei ein höherer Blindstrom, der in sämtlichen Bauelementen Verlustleistung produziert. Damit hätte ein solcher Regler bei niedriger Last einen schlechten Wirkungsgrad. Möchte man das nicht, so muss man den Transistor abschalten, sobald sich der Strom umkehrt. Für solche Regler sind also Current-Mode-Regler vorteilhaft.
Eine weitere Eigenschaft eines Synchronwandler erkennt man, wenn man darüber nachdenkt, wie ein synchroner Aufwärtswandler aussehen würde. Die Antwort ist: Genauso! Man tauscht lediglich Ein- und Ausgang.
Das bedeutet aber auch, dass der Wandler einen Energiefluss in beide Richtungen zulässt. Wenn am Ausgang eine zusätzliche Quelle angeschlossen ist, die die Ausgangsspannung erhöhen möchte, arbeitet der Wandler rückwärts und speist Energie in den Eingangskreis zurück.
Dieses Verhalten macht man sich unter anderem bei Motorreglern zu nutze, die nach dem Prinzip eines Synchronwandlers arbeiten. Indem man die Sollspannung niedriger als die EMK des Motors einstellt arbeitet der Wandler rückwärts; es wird Energie in den Eingangskreis zurückgespeist und der Motor wird gebremst.
Problematisch wird dieses Verhalten, wenn die Energie im Eingangskreis nirgends abgeführt werden kann. Dann steigt die Eingangsspannung an und kann im schlimmsten Fall zur Zerstörung von Bauelementen führen. Beim Einsatz eines Synchronwandlers sollte man dieses Verhalten also auf jeden Fall im Kopf haben.
Nun noch ein paar Worte zur Simulation selbst. Die Schaltung wurde im Prinzip vom Voltage-Mode-Buck-Regler übernommen. In der Regelung wurde keine Möglichkeit zum Abschalten bei negativen Drosselstrom vorgesehen. Auch das Verhalten bei Rückspeisung wurde simuliert, indem eine zusätzliche Spannungsquelle auf den Eingang geschaltet wurde. Man sieht dann sehr schön, dass die Spannung am Eingang ansteigt. Man sieht ebenfalls, dass der Drosselstrom dann umgekehrt ist.
Zur Ansteuerung der FET wird ein Halbbrückentreiberbaustein verwendet, der eine leichte Modifikation eines PWM-Bausteins aus der control.lib ist. Der Rest der Ansteuerung und Regelung wurde aus der Simulation des Voltage-Mode-Tiefsetzstellers übernommen
Download der LT-Spice-Simulation: buck-sync
Neben der control.lib wird zusätzlich folgendes Modell + Symbol benötigt:














